Veröffentlichungslayout
Illustrationen für Druck und Publikation brauchen oft mehr als eine Leinwandgröße. Seiten haben Beschnittkanten, Doppelseiten haben Mittelnähte, und wichtige Inhalte müssen von Bereichen fernbleiben, die weggeschnitten oder in den Bundsteg gebunden werden. Die Publishing-Layout-Werkzeuge von Lumi halten diese Aspekte beim Malen sichtbar, ohne sie ins Kunstwerk einzuflachen.
Layoutgrenzen werden pro Bild gespeichert, reisen mit dem Projekt mit und lassen sich abschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. Ziel ist, Buch-, Comic- und Druck-Workflows eine klare Seitenstruktur zu geben, während das darunterliegende Ebenenbild vollständig bearbeitbar bleibt.
Anschnitt und Beschnitt
Der Anschnitt legt fest, wie weit das Kunstwerk über den fertigen Seitenrand hinausreicht. Lumi zeigt den Beschnittbereich als aktive Seitengrenze innerhalb der Leinwand, den Anschnitt als schattierte Überlagerung darum. So lassen sich Hintergründe und Randdetails malen, die den Beschnitt überstehen müssen — ohne zu raten, wo die fertige Seite endet.
Maße lassen sich in passenden Einheiten setzen: Anschnitt in Zoll, Millimetern oder einer anderen vertrauten Druckeinheit statt nur in Pixeln.
Bundsteg und Doppelseiten
Bei Doppelseiten markiert der Bundsteg den geschützten Bereich um die Mittelnaht, in dem wichtige Inhalte vermieden werden sollten. Ist die Option aktiv, zeigt Lumi Bundstegstreifen über die gesamte Doppelseite — Gesichter, Text und Schwerpunkte bleiben außerhalb des Bindungsbereichs, während die Doppelseite eine durchgehende Leinwand bleibt.
Besonders nützlich für Comics, Bilderbücher und alles, was als gegenüberliegende Seiten und nicht als Einzelblätter gedruckt wird.
Kompositionshilfen
Optionale Randhilfen markieren den beschnittenen Seitenbereich mit dezenten Kompositionsmarken. Sie können pro Seite oder über die gesamte Doppelseite hinweg gesetzt werden — mit Drittelregel, Goldener Schnitt oder Fünftelung, je nachdem, wie das Layout beurteilt werden soll.
Die Hilfen sind eine leise Referenz beim Layout und bei der Endbearbeitung. Sie helfen, die Platzierung gegenüber der Seite zu beurteilen, die tatsächlich gedruckt wird — nicht nur gegenüber der vollen digitalen Leinwand.
Layout auf der Leinwand anzeigen
Layout-Overlays steuert man über das Menü „Ansicht“. Anschnitt, Bundsteg und Hilfen lassen sich einzeln oder gemeinsam einblenden, sodass sich der Künstler auf den gerade relevanten Teil der Publikationsstruktur konzentrieren kann.
Unter „Bild“ > „Layout aktivieren“ schaltet man Layoutgrenzen für das aktuelle Bild ein oder aus. Ist das Layout deaktiviert, werden Overlays ausgeblendet und Ansichtsumschalter treten zurück — die Grenzeinstellungen bleiben in der Datei gespeichert.
Mit dem Projekt gespeichert
Layouteinstellungen reisen mit dem .lum-Projekt. Beim späteren Öffnen werden Anschnitt, Bundsteg, Overlay-Darstellung, Hilfen und der Aktivierungszustand wiederhergestellt. Die publikationsbezogene Einrichtung bleibt Teil des Arbeitszustands des Kunstwerks — keine vorübergehende Anzeigeeinstellung.
Für Künstler, die zwischen Skizze, Malerei und Druckvorbereitung wechseln, bleibt alles an einem Ort: dasselbe Ebenenbild, mit Publikationsstruktur, wann immer die Seite sie braucht.